Ueber diesen Blog

Dieser Blog heisst "Filmklassiker aus Hollywood". Er beschäftigt sich allerdings nicht nur mit den Filmklassikern - es gibt hier auch weniger Bekanntes zu entdecken. Filmklassiker im Blogtitel stehen zu haben ist gut für die Google-Suche...
Hollywood aber - auch gut für die Googel-Suche - soll hier tatsächlich im Zentrum stehen.
Warum?

Es wird viele erstaunen, wenn ich behaupte, ich schreibe damit gegen eine Diskriminierung an. Hollywood ist doch schliesslich allegenwärtig!
Das Hollywoodkino gilt in Europa als "imperialistisch" und "ausbeuterisch". Das Attribut "amerikanisch" wird in Kritiken nicht selten synonym mit "schlecht", "billig", "schablonenhaft", "gesichtslos" verwendet. US-Filme gelten gemeinhin als zweitklassig, den Werken des europäischen Autorenkinos jedenfalls weit unterlegen. Diese mit bisweilen sektiererischem Gebaren vertretene Sicht versucht die europäische Kritikerelite jedenfalls seit den Sechzigerjahren zu verbreiten.
Damit verbaut sie sich und den Lesern eine unvoreingenommene Sicht auf die grossen Qualitäten des Hollywoodkinos.

Mit meinen Texten versuche ich somit, gegen die allgegenwärtige, in erster Linie politisch motivierte Filmkritik anzuschreiben. Diese reduzierte ab den späten Sechzigerjahren die Geschichte des Kinos auf politische und somit ideologische Sichtweisen, wobei sie den künstlerischen Standpunkt sträflich vernachlässigte. Jahrzehntelang erklärte eine fast ausschliesslich linkslastige Filmkritik den europäischen Kinogängern, welche Filme als wertvoll zu gelten hätten - und vor allem: welche nicht.

Oben Beschriebenes ergibt somit - m.E. - ein schiefes Bild der Filmgeschichte. So hat das noch heute gültige, vielfach gedankenlos übernommene, in seiner Undifferenziertheit und Pauschalität nichtssagende Verdikt, das amerikanische Kino sei "imperialistisch" und deshalb abzulehnen, nichts mit der handwerklichen Qualität von dessen Erzeugnissen zu tun. Diese ist gerade und ausgerechnet im US-Film überdurchschnittlich hoch, im Gegensatz zum zeitgenössischen europäischen Film, der sich vor allem anderen um (politisch) wertvolle Botschaften bemüht, um bei der Kritik punkten zu können; dazu passt, dass der handwerkliche Aspekt von den europäischen Filmschulen heute sichtlich vernachlässigt wird.

Meine Kino-Liebe tendiert klar zum US-Kino. Ich lasse mir gerne Geschichten erzählen, und das können die Amis hervorragend. "If you got a message, send it by Western Union" - diese im US-Kino etablierte Haltung sagt alles über den Unterschied zum europäischen Film.
An der sozialen Ungerechtigkeit im Liverpool der Sechzigerjahre interessiert mich heute höchstens der historische Aspekt; über diverse Ungerechtigkeiten in der Welt bin ich durchaus im Bilde; ich muss mich weder als engagierten Zeitgenossen öffentlich präsentieren, noch muss ich ins Kino gehen, um im Wir-Gefühl des Gutmenschentums zu baden. Das Kino ist für mich kein Ort der Selbstbestätigung, sondern des Staunens, der unbegrenzten Möglichkeiten und Geschichten.

Da ich den amerikanischen Film nicht imperialistisch und verlogen finde, sondern im Gegenteil in meinem ganzen Leben und bis heute darin mehr Perlen entdecken konnte als im europäischen Filmschaffen (dessen filmgeschichtliche Meriten damit nicht geschmälert werden sollen), widme ich ihm diesen Blog. Er wurde von der offiziellen Kritik lange genug ideologisch abgestraft und zu Unrecht missachtet und diskriminiert.

Ich wünsche meinen Lesern viel Spass bei der Lektüre und beim Entdecken!

Michael Scheck

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