Donnerstag, 3. September 2020

Little Princess - Die kleine Prinzessin (A Little Princess, 1995) - Kurzkritik



A Little Princess (dt.: Little Princess - Die kleine Prinzessin, 1995)
Mit Liesel Matthews, Eleanor Bron, Liam Cunningham, Vanessa Chester, Rusty Schwimmer, Errol Sitahal, Arthur Malet u.a.

Drehbuch: Richard LaGravense und Elizabeth Chandler nach dem Roman von Frances Hodgson Burnett
Regie: Alfonso Cuarón
Produzent: Mark Johnson

Kamera: Emmanuel Lubezki
Musik: Patrick Doyle
Studio: Warner Brothers

Kino/TV/Video-Auswertung im deutschsprachigen Raum: 1995
Dauer: 97 min

Farbe: color


 

Bewertungen: 
imdb.com: 7,7 / 10 (31'514 Stimmen)
Letterboxd.com: 3,7 / 5 (12'869 Stimmen)
Meine Wertung: 5 / 10
 

Frances Hodgson Burnetts 1888 verfasster, noch heute populärer Kinderroman A Little Princess (dt.: Sara, die kleine Prinzessin) wurde schon unzählige Male verfilmt, u.a. mit Mary Pickford oder Shirley Temple in den Titelrollen.
Der Mexikaner Alfonso Cuarón (Gravity, Roma) fertigte 1995 für Warner Brothers eine Version, welche die schöne Geschichte durch forcierte Artifizialität fast unter sich begräbt.


Die kleine Halbwaise Sara Crewe (Liesel Matthews) reist mit ihrem Vater von Indien nach New York, wo sie in Madame Minchins Mädcheninternat eine neue Bleibe finden soll, weil der allein erziehende Vater (Liam Cunningham) in den ersten Weltkrieg ziehen muss.
Die Leiterin des Hauses (Eleanor Bron) entpuppt sich als hinterhältige Schlange, die Sara zum Dienstmädchen degradiert, als bekannt wird, dass deren Vater im Krieg gefallen ist und seine Zahlungen folglich ausbleiben. Sara schliesst Freundschaft mit dem anderen Dienstmädchen (Vanessa Chester) und fährt trotz Miss Minchins Verbot fort, die Mädchen des Internats mit ihren spannenden Geschichten zu unterhalten. Eines Tages wird im Nachbarhaus ein verwundeter Soldat mit Gedächtnisverlust einquartiert...


Cuaróns Film beweist vor allem eins: Miss Hodgson Burnetts Geschichte ist nicht totzukriegen! Der Regisseur gibt sich diesbezüglich zwar alle Mühe, scheitert aber glücklicherweise an der Vorlage und am gelungenen Drehbuch. Mit ausgeklügelt schiefen Kamerawinkeln, artifiziellen Lichtspielen, unmotivierten Kamerafahrten, nerviger aetherischer Hintergrundsmusik (von Patrick Doyle), permanent flüsternden Schauspielerinnen und dramatischen Special Effects rückt er der Vorlage zu Leibe und ertränkt deren zarten Zauber im bombastischen Inszenierungs-Kitsch. Damit nervt er gehörig, weil er dem Geist der Geschichte zuwiderläuft. Sie leuchtet aus sich heraus und bedürfte keinerlei Regie-Mätzchen. Angesichts der Tatsache, dass A Little Princess Cuaróns erster Hollywood-Film war, kommt der Verdacht auf, er hätte damit Eindruck schinden und nachhaltig auf sich aufmerksam machen wollen.

Die Schauspielerinnen und wenigen Schauspieler vermochten mich nicht zu überzeugen, vielleicht, weil sie vom Regisseur konsequent zum Flüstern angehalten wurden. Grosse Schauspieler können dramatische Zeilen auch flüsternd überzeugend abliefern, aber Kinder?
Bemerkenswert war für mich die Entdeckung, dass nicht nur permanentes Gebrüll auf der Leinwand schwer erträglich ist, sondern auch permanentes Geflüster.

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