Sonntag, 20. Dezember 2020

Kurzkritiken: Greenland, Filmverrückt, Schöne Bescherung

Greenland (2020) Mit Gerard Butler, Morena Baccarin, Roger Dale Floyd, Scott Glenn u.a.
Regie: Ric Roman Waugh
Drehbuch: Chris Sparling
E
in US-Film, in dem eine weisse Familie im Zentrum steht und - das gibt es also noch, obwohl Hollywood sich gerade im Diversity-, Gender-, Frauenquoten- und Black-Lifes-Matter-Hype gefällt.
Ist der Grund für die vielen Kritiker-Verrisse vielleicht darin zu finden? Im Umstand, dass Greenland nicht ins vom Zeitgeist vorgeschriebene Gesinnungsmuster passt? Wirklich schlecht ist Ric Roman Waughs Film nämlich nicht. Es gibt darin ein paar Logiklöcher, zudem kann ich nicht überprüfen, ob der Streifen den neusten Stand der Wissenschaft wiederspiegelt oder nicht - aber das will ich auch gar nicht, da sich wissenschaftliche Exaktheit und stringente filmische Dramaturgie eigentlich gar nicht vertragen.
Greenland
 ist ein Katastrophenfilm - und somit dem Unterhaltungsgenre zuzuordnen. In seinem Zentrum steht eine amerikanische Familie, die dank Ehemüdigkeit der Eltern kurz davor steht, auseinanderzubrechen - für den neunjährigen Nathan (Roger Dale Floyd) eine Katastrophe. Die innere Katastrophe wird gespiegelt durch eine äussere - der riesige Komet, der laut Berechnungen eigentlich an der Erde hätte vorbeizischen sollen, rast direkt auf sie zu. Nichts kann ihn und seine tausende von Splittern stoppen, die Welt ins Chaos zu stürzen.
Fast von einem Moment zum nächsten kippt die saubere kleinstädtische Fassaden-Idylle in einen Albtraum aus Zerstörung und Chaos, die hirnerweichende Zufriedenheit des allgemeinen Wohlstandes weicht dem Kampf ums nackte Überleben. Für die beiden Eheleute im Streit (Gerard Butler und Morena Baccarin) zählt, nachdem jegliche Sicherheit und Perspektive weggebröckelt ist, plötzlich nichts anderes mehr als der Zusammenhalt der Familie und die Unversehrtheit ihrer Mitglieder. Die Beziehungskrise erscheint vor dem Hintergrund des drohenden Weltenbrandes als Luxusproblem.
Man rauft sich zusammen und durchlebt all die schrecklichen Momente, die so eine existentielle Bedrohung mit sich bringt - die meisten haben mit Mitmenschen zu tun, denen die drohende Katastrophe Tugenden wie Nächstenliebe und Mitgefühl ausgetrieben hat. Jeder ist sich selbst der nächste - davor sind auch unsere beiden Hauptfiguren nicht gefeit, und das ist auch gut so, denn alles andere wäre unglaubwürdig.
Greenland
ist somit auf zwei Schienen spannend: Einerseits dank der inneren Entwicklung der Hauptfiguren, andererseits dank der Action, die so ein Katastrophenszenarium mit sich bringt. Und diese ist hier sehr gut in Szene gesetzt!
Natürlich bleibt vieles oberflächlich, was in erster Linie mit der Kürze zu tun hat, mit der das schwierige Thema in einem Kinofilm abgehandelt werden muss. Als TV-Miniserie hätte derselbe Stoff wesentlich tiefer und umfassender ausgearbeitet werden können.
Greenland ist gut geschrieben und gespielt und solide inszeniert. Kein schlechter Film!
Greenland
lief vor dem Lockdown in den Kinos; dort würde er noch immer laufen...
 

Filmverrückt (Movie Crazy, 1932)
Mit Harold Lloyd, Constance Cummings, Kenneth Thomson, Spencer Charters u.a.
Regie: Clyde Bruckman & Harold Lloyd
Drehbuch: Vincent Lawrence
Der filmverrückte Tollpatsch Harold Hall (Lloyd) fährt nach Hollywood, im Irrglauben, für den Film entdeckt worden zu sein. Dort hinterlässt er nichts als Chaos und verliebt sich in eine hübsche Schauspielerin...
Harold Lloyds dritter Tonfilm zählt für viele zu seinen besten Nicht-Stummfilmen. Das mag sein, aber einem Vergleich zu seinen grandiosen Stummfilm-Komödien hält er trotzdem nicht stand; die Gründe dafür habe ich in meiner Besprechung seines ersten Tonfilms (Welcome Danger) bereits erläutert. Drei Jahre danach besann er sich zwar verstärkt auf seine Fähigkeiten im visuellen Bereich und es gibt Sequenzen, die funktionieren, doch die grandios inszenierte dialoglose Prügelsequenz am Schluss leidet darunter, dass jegliche Musikuntermalung fehlt. Der fast lautlos ausgefochtene Kampf erscheint auf diese Weise ernsthaft statt komisch und das Fehlen von Prügelgeräuschen - die 1932 noch nicht entdeckt worden waren - bremst seine Dynamik erheblich.
Wie bereits Welcome Danger krankt zudem auch Movie Crazy an zu vielen und zu langen schlechten Dialogsequenzen, welche den Film künstlich in die Länge und in die Langeweile ziehen. So ist die Liebesgeschichte zwischen Lloyd und Constance Cummings ein unergiebiges, ermüdendes Hin- und Her ohne wirkliche Komik.
Movie Crazy befindet sich in der hierzulande erschienen, inzwischen aber vergriffenen 10-DVD-Box "Harold Lloyd Edition", in welcher neben fast allen Tonfilmen des Komikers auch die grandiosen Stummfilm-Klassiker zu finden sind.

Schöne Bescherung (National Lampoon's Christmas Vacation, 1989)
Mit Chevy Chase, Beverly D'Angelo, Juliette Lewis, Johnny Galecki, Randy Quaid, Diane Ladd, E.G. Marshall u.a.
Regie: Jeremiah Chechik
Drehbuch: John Hughes
Im Jahre 1929 erschien ein Film namens Big Business, in welchem Stan Laurel und Oliver Hardy als Weihnachtsbaumverkäufer auftraten. Trotz der weihnachtlichen Thematik handelt der Film von Chaos und Zerstörung. Genau 70 Jahre später entstand mit
National Lampoon's Christmas Vacation ein Film im Geiste des alten Stan & Ollie-Klassikers. Hier versucht ein braver Familienvater (Chevy Chase), eine schöne Familienweihnacht auf die Beine zu stellen - am Schluss liegt das Haus praktisch in Trümmern. Gekonnt inszenierter Slapstick à la Stan & Ollie ist in dieser Komödie ebenso zu finden wie feines schauspielerisches Understatement, hier wie dort halten sich das Grobe und das Feine die Waage. Das funktioniert wunderbar, nicht zuletzt dank eines gut gearbeiteten Drehbuchs, das mit einigen köstlichen Episoden und einer guten Portion anarchischem Humor aufwartet, hervorragenden schauspielerischen Leistungen und einer Regie, die das alles inszenatorisch schnörkellos auf den Punkt bringt.
In den USA gehört der Film zu den Festtagsklassikern - ein Blick lohnt sich auch für Nicht-Amerikaner. Er ist bei uns auf DVD und Blu-ray erhältlich, zudem führen ihn mehrere Streaming-Dienste in ihrem Programm. Fröhliche Festtage!


Montag, 14. Dezember 2020

Seh-Empfehlung 17: Dido Elizabeth Belle (Belle, 2013)


Originaltitel: Belle
Deutscher Titel: Dido Elisabeth Belle
Mit Gugu Mbatha-Raw, Tom Wilkinson, Sam Reid, Emily Watson, Sarah Gadon, Penelope Wilton, Miranda Richardson, Matthew Goode, u.a.
Regie: Amma Asante
Drehbuch: Misan Sagay
Grossbritannien 2013
Dauer: 100 min

Das Plakat zu diesem Film ist simpel und trotzdem äusserst wirkungsvoll. Es zeigt eine junge Frau in einem teuren, mit Stickereinen reich verzierten pfirsichfarbenen Kleid, die mitten in einem eleganten Salon steht. Eine Jane Austen-Verfilmung, denkt man auf den ersten Blick. Doch dann bemerkt das Auge, dass die junge Frau dunkelhäutig ist. Das Interesse ist geweckt.

Das Plakat ist in seiner Simplizität hervorragend, denn es fasst den Film zusammen: Im Stil der Jane-Austen-Verfilmungen gehalten, vermittelt er ein Bild jener Epoche und der Sitten und Gebräuche der damaligen feinen Gesellschaft - und im Zentrum steht eine dunkelhäutige Frau, die in dieser Gesellschaft eigentlich nichts verloren hatte.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, orientiert sich an historischen Persönlichkeiten und wurde durch ein Gemälde inspiriert (siehe unten).
Dido Elisabeth Belle (Gugu Mbatha-Raw), die Tochter eines englischen Admirals und einer dunkelhäutigen Sklavin,
von ihrem Vater rechtmässig anerkannt, wächst nach dessen Tod im Haus des Englischen obersten Richters Lord Mansfield (Tom Wilkinson) auf. Nach anfänglichen Widerständen gegen die "Mulattin" schliesst die Familie Belle allmählich ins Herz und sie wächst in der feinen Gesellschaftsschicht auf. Darüber rümpft natürlich der Rest des Adels die Nase - Dunkelhäutige waren in den noblen Häusern bestenfalls als Bedienstete geduldet, zudem war der Sklavenhandel damals noch in vollem Gange.
Belles Geschichte wird im Film mit einem in England berühmten Gerichtsfall verwoben, der dort das Ende der Sklaverei einläutete. Lord Mansfield muss dabei entscheiden, ob ertrunkene (oder ersäufte?) Sklaven als "verlorenes Frachtgut" zu einem Versicherungsfall werden können oder nicht. Als Belle von dem Fall erfährt, vertieft sie sich immer mehr darin. Ihre Bekanntschaft mit einem jungen Anwalt (Sam Reid), der sich auch für den Fall interessiert, gewinnt durch das gemeinsame Interesse an Intensität...

Amma Asantes Film ist ganz und gar auf Schönheit angelegt - in Wort und Bild. Die Regisseurin legte Wert darauf, die besten Ausstatter des Gewerbes für ihr Werk zu gewinnen, was ihr zweifellos gelang: Ausstattung, Kostüme, Bauten und Kamera sind vom Feinsten, Belle ist eine einzige Augenweide! Damit knüpft Asante bewusst an das Austen-Feeling der bekannten einschlägigen Verfilmungen an, was die thematische Diskrepanz zu jenen Werken noch stärker hervorgeben sollte. Belle bildet den "schönen Schein" ab, der zu dieser Zeit und dieser Gesellschaftsschicht gehörte. Die Abgründigkeit fehlt den Bildern, aber nicht dem Text - auch das hervorragende Drehbuch kopiert gekonnt den Ton bekannter Jane Austen-Verfilmungen, und die Inszenierung folgt diesem Ansatz.
Das Drehbuch entlarvt anhand des Widerspruchs-in-sich, einer farbigen Adligen, die Absurdität der Konventionen jener Zeit - noch deutlicher als die bekannten Jane-Austen-Verfilmungen und es zeigt auf, dass auch Weisse ausgegrenzt wurden, wenn sie nicht zur richtigen Schicht gehörten oder wenn sie als Adlige die Konvention gebrochen hatten. Damit wird die Kernaussage des Films unterstrichen: Alle Menschen sind gleich. Belle beschränkt sich nicht nur auf das Thema Rassismus, sondern beweist einen weiteren Horizont, indem der Film Rassismus als eine mögliche Variante von Ausgrenzung zeigt, einer von mehreren, deren Ursprünge er in der Mischung von Engherzigkeit, Konventionszwang und Selbstgerechtigeit verortet.
Belles Geschichte wird auf packende Weise mit der Abschaffung der Sklaverei in England verknüpft.
Ein zusätzliches Plus sind die durchs Band hervorragenden schauspielerischen Leistungen - allen voran Tom Wilkinsons und Gugu Mbatha-Raws, aber auch die zahlreichen Nebendarsteller glänzen und machen Belle zu einem rundum erfreulichen Filmerlebnis.

Belle nimmt, wie natürlich auch die oben erwähnten Jane-Austen-Geschichten, Bezug auf und schöpft seinen Inhalt aus der sog. Regency-Zeit Grossbritanniens. Er entspringt der spezifisch Britischen Kultur, was für ein Britisches Publikum durchaus starke Relevanz hat, kulturell und entwicklungsgeschichtlich. Für uns Kontinentaleuropäer fehlt diese. Wir schauen einem berückend schönen Kostümdrama zu, dessen gesellschaftliche Komponente für uns allerdings leer bleibt. Immerhin gelangt mit dem erwähnten Gerichtsfall eine gesellschaftspolitische Komponente in den Film, die im weitesten Sinn universell ist und Asantes Film davor bewahrt, einfach ein weiteres schmuckes Kostümdrama zu sein.

Das Originalportrait von Dido Elizabeth Belle und ihrer Cousine Lady Elizabeth Murray, das die Inspiration zum Film lieferte.


Anschauen:
Der Film ist im deutschsprachigen Raum auf Blu-ray und DVD erhältlich. Als Download ist er u.a. bei Amazon, Maxdome, iTunes, youtube und Google Play erhältlich.

Meine Wertung: 8 / 10

Sonntag, 22. November 2020

Meine Filmwoche (Kurzkritiken: Einsame Entscheidung, Schloss des Schreckens, weisser Teufel)

Einsame Entscheidung (Executive Decision, 1996) ist der beste Film, den ich diese Woche gesehen habe. Der Actionfilm, von dem ich bislang nie etwas gehört hatte, entpuppte sich als Überraschungshit!
Ein Passagierflugzeug wird von islamistischen Terroristen gekapert und zur Landung in Washington gezwungen - vorgeblich, um einen in den USA festgehaltenen Terroristen-Boss freizupressen; doch gemäss dem Terrorspezialisten David Grant (Kurt Russell) verfolgen die Entführer einen ganz anderen Plan. Grant vermutet richtig: An Bord ist eine Bombe mit einem tödlichen Nervengas versteckt, und die soll bei der Landung in Washington gezündet werden. Tod den Ungläubigen - so lautet die Mission des Anführers Nagi Hassan (David Suchet).
Mittels eines militärischen Spezialflugzeugs wird während des Flugs von allen Flugzeuginsassen unbemerkt eine militärisches Sonderkommando an Bord geschleust. Dieses nistet sich in den Zwischenräumen um die Passagier-Einheit herum ein, sucht fieberhaft und vor allem mucksmäuschen-leise nach der Bombe und einer Gelegenheit, die Terroristen unschädlich zu machen. Das Unternehmen wird allerdings durch zahlreiche unvorhergesehene Erschwernisse behindert...
Executive Decision ist zum Nägelkauen spannend. Die Spannung reisst keinen Moment ab, praktisch bis zur letzten Minute. So findet man kaum Zeit, zu bemerken, dass die Charaktere eindimensional gezeichnet und ziemlich flach sind und dass das Drehbuch die Spannung künstlich forciert. Die Story ist aber derart geschickt konstruiert, dass dies kaum ins Gewicht fällt. Man kommt bei all den Beinahe-Katastrophen, Rettungen in letzter Sekunde und tatsächlichen Unglücken kaum zum Luftholen. Dass mit Grant/Russell ein bisweilen recht linkisch agierender Anti-Held im Mittelpunkt steht, macht den Film zudem sympathisch.
Eine gute Portion Unernst und die ausnahmslos punktgenau passend besetzten Schauspieler und Schauspielerinnen runden das Vergnügen ab. Der Regie-Erstling des Cutters Stuart Baird kann sich sehen lassen!
Dass Exekutive Decision 9/11 praktisch vorweg genommen hat, wirkt im Nachhinein unheimlich.
Eine ausführliche Kritik dieses Films folgt möglicherweise demnächst auf diesem Blog...

Ferner liefen...

Schloss des Schreckens (The Innocents, 1961) Bei diesem über jeden erdenklichen cinéastischen Klee gelobten Film waren meine Erwartungen naturgemäss gross...
...und fast ebenso gross die Ernüchterung.

Als die Gouvernante Miss Giddens (Deborah Kerr) im riesigen englischen Herrenhaus ankommt, wo sie ihre beiden minderjährigen neuen Schützlinge zu beaufsichtigen hat, spürt sie schon, dass auf dem Landsitz etwas nicht stimmt: Die Kinder sind höflich, aber seltsam und sie Haushälterin Miss Grose (Megs Jenkins) scheint mehr zu wissen, als sie herauszurücken gewillt ist. Nach und nach kommt heraus, dass die vorherige Gouvernante unter schrecklichen Umständen verstorben ist, ebenso ihr Liebhaber, der ehemalige Diener. Die beiden Toten scheinen keine Ruhe zu finden. Nach einigen unheimlichen Erscheinungen keimt in Miss Giddens der Verdacht, die Geister der Verstorbenen hätten sich der Kinder bemächtigt...

Diese Henry-James-Adaption (von dessen Novelle The Turn of the Screw) fasziniert seine Betrachter mit erlesener Ausstattung, sublimer Lichtregie und geschmeidigem Erzählfluss. Regisseur Jack Clayton - das fiel mir bereits bei der Visionierung von The Great Gatsby auf - hat ein Auge fürs Bildnerische. Auch The Innocents ist grandios inszeniert!

Doch leider wirkt das Ganze artifiziell, leblos, blutleer. Man hat das Gefühl, jedes Detail sei mit der Pinzette drapiert worden, jedes Bild sei ein wertvolles Gemälde, das man nur aus Distanz betrachten dürfe. Distanziert - und distanzierend - wirkt denn auch der Film. In die Figurenentwicklung wurde nicht mal ein Drittel des Efforts investiert, der für die Ausstattung verwendet wurde.

Leider gehen mangelnde Charakterzeichnung und aseptischer Ästhetisierungs-Overdrive Hand in Hand und entrücken den Film in Gefilde jenseits des Publikumsinteresses. Er beietet zwar ein beträchtliches Schauvergnügen, besitzt aber weder Erkenntniswert noch vermittelt er Emotionen.

Der weisse Teufel von Arkansas (Ride A Crooked Trail, 1958) Dieser kaum bekannte Western bringt Audie Murphy und Walter Matthau zusammen - ein seltsames Paar. Deshalb wollte ich ihn mir ansehen.
Bankräuber Joe Maybe (Murphy) reitet auf der Flucht durch eine Kleinstadt, in der gerade ein Sheriff gesucht wird. Weil Maybe dem ihn verfolgenden Gesetzeshüter den Stern abgenommen hat, wird er von Richter Kyle (Matthau) für den idealen Anwärter auf die Stelle angesehen - er nimmt sie zu Tarnzwecken an, interessiert sich am neuen Ort aber vor allem für die Bank.
Als eine alte Bekannte von ihm auftaucht (Gia Scala), gibt er sie für seine Frau aus. Sie kommt allerdings als Teil einer Bande, die es ebenfalls auf die Bank abgesehen hat. Während Maybe und seine "Gattin" Tessa im Städtchen heimisch werden, nähert sich Tessas "Freund" (Henry Silva) und seine Böse-Buben-Truppe...
Die Story klingt interessant und ist es streckenweise auch - das Drehbuch ist das beste an dem Film; besonders gut ist es aber auch nicht: Die Figuren bleiben eindimensional und schablonenhaft. Regisseur Jesse Hibbs inszeniert das ganze solide, aber schleppend.
Die Hauptdarsteller können diese Mängel auch nicht ausbügeln: Audie Murphy war nie ein besonders guter Schauspieler, Gia Scala ist einfach schlecht und Walter Matthau übertreibt schauerlich beim Versuch, den anderen die Show zu stehlen.
So ist Ride A Crooked Trail ein Western, den man getrost überspringen kann.

Mittwoch, 18. November 2020

Seh-Empfehlung 16: Another Earth (2011)


Originaltitel: Another Earth
Deutscher Titel: Another Earth (Deutsche Kinopremiere: November 2011)
Mit Brit Marling, William Mapother, Kumar Pallana, Diane Ciesla, Richard Berendzen u.a.
Regie: Mike Cahill
Drehbuch: Mike Cahill und Brit Marling
Dauer: 92 min

Warnung: Dies ist kein Science-Fiction-Film! Ich wiederhole: Dies ist KEIN Science-Fiction-Film (jedenfalls kein typischer)!
Soweit mein Versuch, Star-Wars- und Transformer-Fans von einem für sie frustrierenden Filmerlebnis abzuhalten, denn in Mike Cahills subtilem Drama „Another Earth“ gibt es weder Aliens noch Weltraumschlachten, auch auf den Einsatz von Laserschwertern wartet man vergebens.


Sondern: Eines Tages taucht am Himmel ein blauer Punkt auf. Im Radio mutmassen Wissenschaftler darüber, dass es sich dabei um einen erd-ähnlichen Planet handle, der sich uns nähere. Die 17-jährige Rhoda Williams (Brit Marling) fährt gerade angetrunken von der Feier ihres neuen Jobs nach Hause - sie ist am MIT (Massachusetts Institute of Technology) als Weltraumforscherin angenommen worden - und beobachtet vom Steuer aus den blauen Punkt. Dabei kommt sie von der Fahrbahn ab, rammt einen anderen Wagen und löscht so die Familie des Komponisten John Burroughs (William Mapother) aus, der Unfall überlebt.

Rhoda und John versinken in einer tiefen Depression. Das eigentliche Thema des Films ist, wie die beiden Protagonisten langsam wieder ins Leben zurückfinden.
Der blaue Punkt stellt sich indessen tatsächlich als unserer Erde ähnlicher Planet heraus, später wird er sogar als zweite Erde bezeichnet, und er scheint ebenfalls bewohnt zu sein. Langsam nähert sich die Wissenschaft des Rätsels, welches das Phänomen beinhaltet. Existieren dort oben Abbilder von uns?
 

Primär zeigt der Film die langsame Annäherung zwischen Rhoda und John, und das allein ist schon fesselnd. Rhoda, von Schuldgefühlen zerfressen, sucht John zu Hause auf und will sich ihm erklären. Angesichts seines jämmerlichen Zustands verliert sie an der Tür den Mut und gibt sich als Putzfrau aus. Fortan kommt sie jede Woche, um die vernachlässigte Wohnung des Komponisten in Stand zu setzen; dabei kommen sich die beiden näher und schöpfen aus dem gegenseitigen Kontakt langsam neuen Lebensmut. Doch über allem hängt wie ein Damoklesschwert der schreckliche Unfall von damals - John weiss nicht, dass Rhoda dessen Verursacherin ist, wir wissen aber, dass er es erfahren wird. Das ergibt eine unglaubliche Spannung, die den ganzen Film über nie abreisst. 

Und falls man sich fragt, was denn die zweite Erde für eine Funktion hat: Sie ist der Punkt der Hoffnung in der Geschichte. Cahills Film dreht sich nicht nur um Depression, sondern auch um die Möglichkeit, aus einer solchen wieder herauszufinden. Die zweite Erde ist ein Symbol für diese Möglichkeit. Es ist hervorragend in die Handlung eingebaut, indem es die Handlung vorantreibt, weiterträgt und abschliesst.

Das augenfälligste Plus ist die Beziehungskonstellation zwischen Rhoda und John, die ohne Action für grösstmögliche Spannung sorgt. Die Beziehung zwischen den beiden, das langsame sich Wieder-Öffnen gegenüber dem Leben wird mit zahlreichen Details und Gesten subtil und glaubhaft aufgebaut.
Die Drehbuchautoren vermögen zudem, ihren Figuren Leben einzuhauchen und die psychologischen Komponenten, die zwischen den beiden spielen, nachvollziehbar darzulegen. Dadurch werden diese lebendig und ermöglichen den Zuschauenden eine Identifikation.

Weiter glänzt Another Earth durch eine starke Bildsprache, welche Worte an vielen Stellen überflüssig macht.
Für einen Erstlingsfilm ist die darin erreichte Meisterschaft beeindruckend! Das bedeutet, dass Another Earth ein eher stiller, leiser Film ist. Er appelliert an die Intelligenz und die Auffassungsgabe des Zuschauers, er schmiert ihm nicht alle Folgerungen und Erkenntnisse dick aufs Butterbrot. Es handelt sich um ein Werk, das sich an ein denkendes Publikum richtet, vieles lässt sich aus den Bildern und Andeutungen entschlüsseln. Die letzte Einstellung ist diesbezüglich exemplarisch: Sie ist unglaublich simpel und unprätentiös, doch sie beantwortet sämtliche noch offenen Fragen und knüpft die losen Enden zusammen.
Die Geschichte ist als Ganzes hervorragend ausgearbeitet, sie geht am Ende wunderschön auf. Der starke Zug ins Surreale, der immer mitschwingt, wird mittels eines simplen, immer wiederkehrenden Bildes erzeugt: In vielen Aussenaufnahmen ist der Planet Erde am Himmel zu sehen. Das ist einerseits wunderschön anzusehen und funktioniert andererseits als Symbol der Hoffnung.

Und nicht zuletzt seien die starken schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller erwähnt, die oft nur mit ihrer Mimik auskommen müssen und in diesem Bereich Eindrückliches leisten.

Fazit: Ein grandioses Werk, das sich den gängigen Genres entzieht, deren es sich bedient, ein hoch origineller und zugleich tief berührender Film!

Bei uns ist Another Earth auf Blu-ray und DVD erschienen und noch im Handel erhältlich.
Auch online kann er angeschaut werden, in Deutschland bei Amazon, Maxdome, Magenta TV, Microsoft, Google Play und youtube. In der Schweiz bei

youtube und Google Play. In Oesterreich bei Amazon, Maxdome, youtube und Google Play.


 

Meine Wertung:
10 / 10


 


Montag, 16. November 2020

Meine Filmwoche (Kurzkritiken: Reise, Terminator, Ich liebe dich,)

Reise aus der Vergangenheit (Now, Voyager, 1942) ist der beste Film, den ich diese Woche gesehen habe!
Charlotte Vale (Bette Davis), Tochter einer einflussreichen Bostoner Familie, ist das hässliche Entchen der Familie. Jahrelanges Leiden unter der Fuchtel einer herzlosen, erdrückenden Mutter (Gladys Cooper) haben Charlotte zu einem nervlichen Wrack und einer alten Jungfer gemacht. Als ihre Schwester Lisa (Ilka Chase) ihr den Psychiater Dr.Jaquith (Claude Rains) vorstellt, beginnt für Charlotte eine Reise in die Unabhängigkeit. Auf einer Kreuzfahrt lernt sie zudem in Jeremiah Durrance (Paul Henreid) den Mann ihres Lebens kennen - der allerdings verheiratet ist und zwei Töchter hat...
Nein, Now, Voyager ist nicht die Schmonzette, als die sie sich in der Zusammenfassung präsentiert! Die Liebesgeschichte nimmt einen vergleichsweise kleinen Teil dieses überraschenden Films ein. Am Schluss geht es drum, wie die Liebe zwischen zwei Menschen sich in etwas Grösseres verwandelt; die Heldin ist nicht, wie in Filmen aus jener Zeit üblich, das schmachtende Heimchen, dass sich nichts sehnlicher wünscht, als sich einem Mann unterzuordnen. Charlotte ist am Ende des Films eine starke, unabhängige Frau, die ihre Liebe in grösseren Dimensionen sieht als nur bis zum Happy End mit dem Mann ihrer Träume. 
Now Voyager hat Grösse - eine Grösse, die der Film wohl zum Teil der Romanvorlage von Olive Higgins Prouty verdankt. Doch Casey Robinson (Drehbuch) und Irving Rapper (Regie) erreichen eine wunderbar ausbalancierte, von A bis Z packende filmische Umsetzung des Stoffes, indem sie vorhersehbare Wendungen und Clichées geschickt vermeiden.
Unterstützt werden sie von einer fabelhaften Schauspieler-Truppe. Bette Davis und Paul Henreid funktionieren wunderbar zusammen, beide strahlen echte Zuneigung zueinander aus. Sämtliche Co-Stars sind erstklassig - und so wurde "Now, Voyager" zum Kassenhit des Jahres 1942. 
Man kann ihn noch heute mit Gewinn ansehen. 
Eine ausführliche Kritik dieses begeisternden Films folgt demnächst auf diesem Blog...

Ferner liefen...

Terminator (The Terminator, 1984) Aus einer düsteren Zukunft, in welcher Maschinen die Herrschaft übernommen haben und die Menschheit auszulöschen drohen, reisen zwei Gestalten durch die Zeit zurück ins Los Angeles des Jahres 1984 -  die eine gut, die andere böse.
Der Böse ist ein Roboter in Menschengestalt, Terminator genannt (Arnold Schwarzenegger) - er hat es auf eine gewisse Sarah Connor (Linda Hamilton) abgesehen mit dem Auftrag, sie zu töten. Der Gute heisst Kyle Reese (Michael Biehn), ein Söldner und Wiederstandskämpfer - er muss Sarah Connor um jeden Preis beschützen.
Nun ist aber Sarah Connor nichts weiter als eine ganz gewöhnliche junge Frau - was um alles in der Welt wollen die beiden Irren aus der Zukunft bloss von ihr?
James Camerons Low Budget Action-Film The Terminator katapultierte Arnold Schwarzenegger und den Regisseur zu Starruhm. Millionen wollten das Spektakel sehen, in welchem zwei berserkerhafte Typen aus der Zukunft durch die Grossstadt-Strassen karriolen und halb Los Angeles in Schutt und Asche legen. Der Film ist hervorragend gemacht, man sieht ihm sein kleines Budget selten an. Die Action reisst kaum ab und man kommt fast nicht zum Atem holen, geschweige denn, zur Erkenntnis, dass die Charaktere sehr flach und eindimensional gezeichnet sind. Aber es ist gerade das Holzschnittartige, welches einen Teil des Reizes von Camerons Erstling ausmacht: Hier Gut, da Böse und dazwischen das nette Mädchen von nebenan, das nicht weiss, wie ihm geschieht. Damit bestreiten Cameron und seine Mit-Autorin Gale Ann Hurd einen ganzen Filmabend.
Und dass der Witz in dem ganzen Spass nicht zu kurz kommt, ist ein weiteres Plus: The Terminator nimmt sich nie wirklich ernst und tischt den Zeitreise-Schmarrn mit launigen Sprüchen und grotesken Einfällen auf.
Man kann sich dem kruden Baller-Charme dieses futuristischen Blödsinns einfach nicht entziehen...
Eine ausführliche Kritik auch dieses Films folgt demnächst auf diesem Blog...

Ich liebe dich - I love you - je't aime (A Little Romance, 1979) Zwei Teenager, Daniel (Thelonious Bernard) und Lauren (Diane Lane in ihrem Filmdebüt) verlieben sich auf einem Filmset in Paris. Er ist Franzose und Filmkenner, sie ist Amerikanerin und liest Heidegger.
Die beiden machen die Bekanntschaft des alten Emile (Laurence Olivier), der von der jungen Liebe so angetan ist, dass er ihr zu Verweigung verhelfen will...

Dieser durch eine Veröffentlichung innerhalb der Criterion Collection geadelte, von George Roy Hill (Der Clou) inszenierte Film ist aus verschiedenen Gründen unerträglich. Massgeblich ruiniert wird er vom jungen französischen Hauptdarsteller Thelonious Bernard, der nicht nur ein miserabler Schauspieler ist sondern auch eine unsympathische Ausstrahlung besitzt; man glaubt keinen Moment, dass sich die Heldin für diesen aufgeblasenen, selbstverliebten kleinen Idioten auch nur interessiert. Heute arbeitet Thelonious Bernard übrigens als Zahnarzt...

Dann das Drehbuch: It stinks! Es stammt von Allan Burns, dem Erfinder einer Frühstücksflocken-Werbespot-Figur namens Cap'n Crunch - und genauso wirkt es auch. Burns schrieb vornehmlich Episoden für verschiedene Fernsehserien, was der Grund sein mag, dass die Charaktere in A Little Romance punkto Glaubwürdigkeit nicht übers Seifenopern-Niveau hinausgelangen. Sie sind flach, eindimensional, papieren - und somit uninteressant. Da hilft es auch nicht, dass Lauren über Heidegger diskutierten kann und Daniel über Hollywoodfilme besser Bescheid weiss als deren Protagonisten - im Gegenteil: Klugscheissende Teenager sind etwa das Letzte was man braucht, um dem Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen!

Dass nicht einmal Laurence Olivier den Film aufwertet, sagt eigentlich alles aus. Mit lächerlichem Akzent spielt er hier einen romantisch verklären Franzosen - und er macht es unfassbar schlecht! Wie zu seinen Zeiten als Filmdebütant trägt er viel zu dick auf und reisst jede Szene an sich. Olivier bietet hier ein Schmierentheater, das eines grossen Mimen unwürdig ist.

Und wer hätte dies verhindern können? Der Regisseur natürlich. Schauspielerführung scheint nicht die Stärke George Roy Hills gewesen zu sein (und ich vermute nicht, dass er hier einfach mal einen schlechten Tag hatte...)!

Diane Lane ist gut. Nur hilft das auch nichts mehr.

Mittwoch, 11. November 2020

Seh-Empfehlung 15: Doc Hollywood (1991)

Originaltitel: Doc Hollywood
Deutscher Titel: Doc Hollywood (hierzulande erstmals im Kino gezeigt im Oktober 1991)
USA 1991
Mit Michael J. Fox, Julie Warner, Barnard Hughes, Woody Harrelson, David Ogden Stiers, Bridget Fonda u.a.
Regie: Michael Caton-Jones
Drehbuch: Jeffery Price, Peter S. Seaman und Daniel Pyne nach einem Roman von Neil B. Shulman
Kamera: Michael Chapman
Musik: Carter Burwell
Studio: Warner Bros.
Dauer: 104 min
Farbe: color

Der Titel Doc Hollywood bezieht sich auf den jungen Arzt Benjamin Stone (Michael J. Fox). Den "Kosenamen" verleihen ihm die Einwohner der US-Kleinstadt Grady, weil Stone ursprünglich zu einem Bewerbungsgespräch für eine Stelle als plastischer Chirurg für die Schönen und Reichen nach L.A. wollte.
Wollte!

Denn Stone verursacht in Grady mit seinem Porsche einen lächerlichen Unfall
und wird vom ortsansässigen Richter zu mehrtägiger Arbeit im städtischen Krankenhaus verurteilt.

Grady ist eine dieser gemütlichen Kleinstädte wie wir sie aus der Serie Gilmore Girls kennen, wo jeder jeden kennt und keine Geheimnisse unausgeplaudert bleiben. Sie wird von lauter schrulligen, aber sympathischen Einwohnern bevölkert, unter denen sich der anfangs ziemlich schnöselhafte Dr. Stone je länger je mehr zu Hause fühlt. Er verliebt sich sogar in eine junge alleinerziehende Mutter (Julie Warner) und versucht, sie für sich zu gewinnen.  

Um es gleich klarzustellen: Die Visionierung von Doc Hollywood war eine durchwegs positive Überraschung!
Ich hatte nicht viel erwartet und war bereit, den Film nach 40 Minuten auszuschalten (jeder Film, den ich mir anschaue, muss diese Zeit als Testphase durchlaufen); er erhielt auf der Website Letterboxd nicht mehr als eine Bewertung von 2,9 (von 5'235 Benutzern), ein bedenklich tiefer Wert

Ich habe den Film nicht abgebrochen; bereits nach 10 Minuten hatte er mich für sich eingenommen.

Doc Hollywood ist kein Meisterwerk, aber es ist ein ungemein einnehmender Film. Er ist sehr gut geschrieben, inszeniert und gespielt. Es gibt keine dringliche Botschaft darin, der Film will "nur" unterhalten. Und das tut er - sogar hervorragend!
Er hat mich mit einem Grinsen im Gesicht entlassen, was ich nicht von vielen Filmen behaupten kann, die ich kürzlich gesehen habe (den kürzlich hier besprochenen Willow ausgenommen). Doc Hollywood ist ein Genuss, den man sich ruhig mal gönnen darf - vor allem, wenn man skurrile Komödien mag. Doc Hollywood nach seinem Plakat zu beurteilen, führt in die Irre - so vulgär ist der Film keineswegs.

Die Story klingt nicht aufregend, ich weiß - und das ist wahrscheinlich das Handicap des Films. Ich weiß nicht, wie oft ich ihn weggelegt habe, weil mich die Inhaltsangabe - und das Plakat - abgeschreckt haben.

Es gibt einige wirklich witzige Sequenzen, die von Regisseur Caton-Jones höchst wirkungsvoll in Szene gesetzt sind. Ich wusste gar nicht, dass
der so gut mit Komödie umgehen kann...
Sämtliche Schauspieler sind perfekt besetzt, und zusammen liefern sie eine wunderbare Ensembleleistung ab: Barnard Hughes, Frances Sternhagen, David Ogden Stiers, Bridget Fonda, Roberts Blossom, George Harrison und ein junger Woody Harrelson sind in den Nebenrollen hervorragend besetzt und es macht Spaß, ihnen beim Abliefern ihrer funkelnden Dialoge zuzusehen und -zuhören.

Natürlich ist Doc Hollywood unrealistisch. Ganz ähnlich wie Frank Capras It's A Wonderful Life (dt: Ist das Leben nicht schön?) - und er ist fast genauso liebenswert. Ausnahmslos freundliche Gemeinden wie Grady gibt es im wirklichen Leben nicht, zumindest nicht dort, wo ich herkomme. Grady ist also so etwas wie eine ländliche Utopie, ähnlich wie Capra's Bedford Falls. Mir macht es durchaus Spass, mal einer positiven Fantasie zu frönen; von Zeit und Zeit ist das einfach nötig.

Doc Hollywood ist hierzulande auf DVD erschienen; sie ist antiquarisch noch erhältlich. Online kann der Film u.a. bei Amazon, iTunes, Google Play, Chili, oder videocity angesehen werden.


 
Meine Wertung: 8 / 10


Bernhard und Bianca - Die Mäusepolizei (The Rescuers, 1977)

Regie: Art Stevens, John Lounsbery, Wolfgang Reitherman Drehbuch: Ken Anderson, Larry Clemmens, frank Thomas u.a. Stimmen von Eva Gabor, Bo...